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Fortbewegungsfreunde Vier Dortmunder auf Touren

Der Bericht - Rund um die Ostsee

Fortbewegungsfreunde

Donnerstag 3. September


Es stand eigentlich nur einmal Reifen wechseln an der Kati auf dem Zettel, danach sollte es nach Bielefeld gehen, so dass wir uns gut 100km Fahrt auf dem Weg nach Schweden sparen konnten.


Leider haben wir aus Unachtsamkeit 3 Schläuche bei der Montage punktiert und letztendlich den vorderen  Schlauch/Reifen um 19.30 bei KTM Gerstmann in Hagen gewechselt. Um 21.00 ging es dann auf nach Bielefeld.

Wie üblich regnete es auf dem Weg von Dortmund nach Bielefeld und ich hatte erste Gelegenheit über die Wasserdurchlässigkeit der Endurostiefel zu meckern. Die Tourenstiefel sind in dieser Beziehung wesentlich besser. Später haben sich die neuen Stiefel jedoch noch bezahlt gemacht - dazu mehr im Teil aus Estland...

Erstmal alles trocknen:


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Freitag 4. September

Nach einer ruhigen Nacht und bei inzwischen wieder sonnigem Wetter ging es gegen 10 Uhr Richtung Norden. Als vages Ziel hatten wir Südschweden im Auge. Sollte sich dies als zu ambitioniert herausstellen, so hatten wir Roskilde in Dänemark angepeilt.

Bis Walsrode haben wir vermieden Autobahn zu fahren mussten aber leider feststellen, dass man nur sehr langsam vorankommt und letztendlich fuhren wir auf die A2 auf um Kilometer zu fressen.

ErstmCOstseetour7280.jpgal auf nem Parkplatz orientieren:

























Bis Puttgarden ging es dann bei guten 110km/h relativ zügig auf die Fähre. Das Ding kostet 47€ pro Mopped & Fahrer und dank ruhiger See brauchte man sich beim verzurren keine Mühe zu geben.

KTM:

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KLR:

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Dänemark bewies sich wie schon bei den vorherigen Reisen als reines Transitland. Nichtmal getankt haben wir dort... Auch Fotos gibt´s nicht!

In Schweden musste dann erstmal ne Karte auf Format für den Tankrucksack gebracht werden. Das Ding läuft leider recht schmal zu und die meisten Karten nehmen das Knicken und Falten bald übel.

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Die Schweden und auch die Finnen leisten sich einen für Motorradfahrer sehr praktischen Service. Jede Gemeinde hat am Anfang einen kleinen Infopunkt mit fest aufgestellter Karte auf ner Tafel und auch Karten in kleinem Maßstab zum mitnehmen. Das macht die grosse Karte oft überflüssig und ist beim Navigieren sehr hilfreich. Wir hatten als Ergänzung das Navi von Dreas dabei. (Garmin HCX Vista link )

Das Wetter in Deutschland und Dänemark war bis dahin wirklich freundlich, in Schweden bekamen wir den ein oder anderen Schauer ab und es wurde verflucht kühl. An einer Tanke hab ich mir dann zwei Plastiktüten über die Socken gezogen, das hielt immerhin die Nässe ab.

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Ohne eine Ahnung wo wir schlafen sollten wurde es bei Höör (Genau der Ort den wir  insgeheim auf der Karte als Zielpunkt anvisiert hatten) dunkel und wir begaben uns auf die Suche nach einem Schlafplatz. Nach einiger nervenaufreibender Suche und der enttäuschten Erwartung in der Natur knacken zu können (Südschweden ist sehr stark landwirtschaftlich geprägt) fanden wir einen Campingplatz, wunderten uns über den Aufmarsch alter Amischlitten, checkten ein und bauten das Zelt auf.

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Schnell bekamen wir heraus, dass zur Zeit ein grosses Treffen von Freunden alter amerikanischen Autos und Camper stattfand. Das bescherte uns eine unruhige Nacht, röhrende V8 Motoren und wenigstens einige optische Highlights am Zeltplatz.

Nach dem kompletten Fahrtag mit nur 2 Nutellabrötchen freuten wir uns auf unsere Mahlzeit vom Gaskocher.

Jonas: "Wirf mal den Kocher rüber"
 - Wurf-
Jonas: "Der is aber leicht"
Tobi: "Kann nich, hab zuhause ne neue Kartusche reingeschraubt"

Tjoa, der war wohl nicht ganz zugedreht. Also fiel das Essen flach und das schwedische Leichtbier konnte zumindest ansatzweise Wirkung zeigen.

Nach wie gesagt sehr unruhiger Nacht - ich bin erst gegen 3 Uhr eingeschlafen - starteten wir dann gegen 9 Uhr und ließen vorher aus Rache viel länger als nötig die Moppeds warmlaufen.

Samstag 5. September

Frühstück gab es dann auf einem Supermarktparkplatz. Brötchen mit Schinken, Pfirsiche und ne Milch. Leider hatten wir uns bei der Sorte vertan - Rosinenbrötchen mit Schinken! Egal!

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Kurz darauf die lang ersehnte erste Schotterstrasse. Endlich...

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Mittagspäuschen im Wald - natürlich mit Rosinenbrötchen und Schinken.

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Ein für uns zu diesem Zeitpunkt noch unglaubliches Bild. 70 km/h auf Schotter?! Utopie (noch). Im Baltikum gelten meist Limits um die 90 km/h.

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Und nach einigen weiteren Stunden auf dem Bock kamen wir in Torpön am Sommen an!

Das Pils (wie immer im Auto aus Holland sellbst importiert - die haben da keinen Dosenpfand. In Schweden hat die Suppe meist nur 2,8 Umdrehungen und ist recht teuer) hatten wir uns nach gut 1150 km wohl verdient.


Ostseetour00404.jpg






























Soviel von der Anreise. In den folgenden Tagen stand das Paddeln auf dem Plan, hierzu gibt´s einen separaten Bericht im Blog. Die Moppeds konnten wir glücklicherweise unter einer Plane am Restaurant des Bootsvermieters unterstellen.

Dieser sei hier wärmstens empfohlen! link


Samstag 12. September

Zum Paddelbericht geht es hier entlang Sommen 2009 in Schweden

Während die beiden Dortmunder wieder in Richtung Deutschland aufbrachen stand für uns die Wiederaufnahme des Weges nach Norden auf dem Zettel.

An das erste Gefühl nachdem wir nun wieder nur noch zu zweit waren kann ich mich gut erinnern. Die Vorfreude war gross aber etwas mulmig war mir doch zumute, schliesslich verliessen wir das uns bekannte Terrain.

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Auf dem Parkplatz direkt vor dem Campingplatz musste ich die einzig vorgenommene "Reparatur" wieder zurückbauen. Ich hatte den Schalthebel wegen der klobigen Stiefel etwas nach oben versetzt. Bereits der erste Schaltvorgang machte aber klar, dass etwas ein bisschen zu viel des Guten war. Ich kam nicht über den Leerlauf hinaus. Also waren Rückbau und schwatte Finger angesagt.

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Die Fähre hatte es nicht weit und auf der anderen Seite des Sommen wartete bereits eine Gruppe Motorradfahrer - darunter auch eine KLR 650 Tengai, mein erstes Mopped -! Die Insel bietet übrigens wirklich schöne, enge Kurven und lädt ein zum Fahren.

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Wie weit wir fahren wollten war beim Start noch ungewiss. Priorität hatte zunächst einige Schotterstrassen unter die Reifen zu kommen. Das gelang gut verlangte aber an den meisten Kreuzungen nach einem kurzen Blick auf die Karte.

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Irgendwann fiel die Entscheidung, dass wir versuchen wollten bis Stockholm zu kommen um einen Blick auf die Stadt zu werfen. Unterwegs gab es noch zwei Fähren die glücklicherweise nicht lang auf sich warten ließen und die Zeit für kleinere Pausen boten.

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Zwischendurch eine geteilte Pizza vom örtlichen Schwed-o-türken.

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In Stockholm angekommen machten wir uns erstmal auf die Suche nach einem Campingplatz. Der erste den  wir dank des Navis fanden lag an der Stadtautobahn und glich vielmehr einem Schrottplatz für Wohnmobile! Also Arsch zusammenkneifen und den nächsten anfahren. Der war aktzeptabel aber auch nicht gerade Güteklasse 1... 

link 

Schnell das Zelt auf knochenhartem, steinigem Boden aufgestellt und wieder rauf aufs Mopped um noch etwas von der erhofften Schönheit Stockholms mitzubekommen. So richtige Begeisterung von der Stadt wollte aber nicht aufkommen. Die Motorräder standen schlecht und verbotenerweise irgendwo geparkt, alle Leute waren chick angezogen und wir hätten in unserer Montur vielleicht betteln gehen können. Dazu wollte Jonas ständig Fotos machen und wir waren hungrig. Mit den Fotos ist es immer dasselbe, ich meckere erst und freue mich später sehr darüber!

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Die Stadt ist wirklich schön und wohl einen zweiten Besuch unter normalen Umständen wert.

Leider fing es bald an zu regnen. Was erst ein kleiner Schauer zu sein schien entwickelte sich als dauerhafte Plage. Bei der Abfahrt zum Campingplatz zog ich die Regenkombi in Erwägung erntete aber nur ein müdes Lächeln von Jonas und fuhr in der sackschweren Carhartt Hose los. Das Navi im Tankrucksack schaltete ständig das Licht ab und statt über die Schnellstrasse gondelten wir eine pissnasse halbe Stunde Richtung klammen Zelt! Dort angekommen waren wir von unserer Unternehmung nicht mehr gänzlich überzeugt.

P9120418.jpgSkeptische Blicke und zaghafte Eintragungen im Reisetagebuch:

"Ordentlich nass geworden und dann noch am Zelt die Kati umgefallen. So sollte es nicht weiter gehen"

"Werd wohl nichtmal mehr mein zweites Bier trinken und hoffentlich gut pennen. Tobi hat sogar ne nasse Boxershort. Bis morgen..."

Die Nacht im Zelt sollte unsere letzte gewesen sein. Sie verlief bis auf die mitten in der Nacht heimkommenden Stockholm Feierer recht ruhig und endete am Morgen des

Sonntag 13. September

Auf zu den Aland-Inseln - so das Vorhaben für diesen Tag.

Wie immer wussten wir morgens nicht wie weit wir kommen würden oder wo wir abends zu landen gedachten. Nur soviel war klar: Die Campingsaison endete dieses Wochenende und wir wollten nicht noch eine nasse Nacht im Zelt verbringen. Als ideal stuften wir demnach eine Nacht in einer Stuga (Hütte) mit Heizung und einen regenfreien Fahrtag ein...

Die Fähre auf die Aland Inseln im Schärenmeer und somit unsere Abkürzung um die Ostsee wollten wir in Grisselhamn entern und vorher noch etwas Schotter unter die Reifen bekommen. Abseits der Strasse bot sich uns dann dieses Bild...

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Vor der Matschpiste warnte ein Schild mit Aufschrift "Endurobana" - Verbote gab es gnädigerweise keine! Auch war der Abschnitt leider sehr kurz und bereitete keine grösseren Schwierigkeiten.




Am sehr provinziell anmutenden Fährhafen mussten wir feststellen, dass die Fähre gerade abgefahren war. Dies bot uns die Möglichkeit die in Stockholm durchnässten Sachen zum Trocknen aufzuhängen und vorher eine Pizza zu essen ( Nebenbei lief die Wiederholung von  BvB (1) - Bayern (5)).

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Angekommen auf der Insel fanden wir einen letzten Campingplatz der erst an ebenjenem Abend die Saison beendete. Wir bekamen die so sehnlich erwünschte Hütte, einen Burger und ein Bier und waren obendrein die absolut einzigen auf dem ganzen Platz! Nach 20 Uhr wurde es geradezu gespenstisch.

Eine Überraschung barg das Reisegepäck. Unwissenderweise hatten wir uns nichts dabei gedacht Bierdosen in den Koffer zu stopfen. Leider  sind die Vibrationen der KTM so stark, dass die Dose a) einen fein gedengelten neuen Rand bekam und b) geplatzt ist!

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Damit war Jonas Schlafsack ordentlich befeuchtet. Meine ob der trockenen Schlafstelle nicht ganz so verwerfliche Schadenfreude hielt allerdings nur bis wir feststellen mussten, dass auch die KLR eine Carlsbergdose in meinem Gepäck zum platzen gebracht hatte... Also Heizung aufgedreht, Schlafsack an der frischen Luft aufgehängt und die Karten auf dem Boden trocknen!

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Der Rest der Nacht verlief trocken, ruhig und angenehm...


Montag 14. September

Aufgrund der Zeitumstellung auf den Inseln mussten wir schon um 7 Uhr aufstehen um die Fähre zu erreichen. Pünktlich erreichten wir diese auch am Anleger. Es bedurfte aber einer gehörigen Portion Glück, dass uns der Kassierer auf den Dampfer fahren liess. 24€ kostete die Überfahrt, wir hatten 14€  - die sonst immer akzeptierte Kartenzahlung war nicht möglich. Letztendlich durften wir aufs Schiff und konnten da den fehlenden Betrag im Shop per Karte zahlen.

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Die ständigen Überfahrten begannen allmählich zu nerven. Die Biester sind einfach langsam und zeitraubend. Was erst noch eine Wohltat für Hinterteil und Rücken war entwickelt sich zur drögen Warterei.

Schlafen hilft:

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Wieder auf der Piste versucht sich Jonas mit Fahrfotos. Irgendwie ist die KLR n bissl zu klein für mich... Der Kniewinkel wär auch auf einer Sportmaschine nicht gross anders.

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Angekommen auf dem finnischen Festland stand schnell fest, dass wir es wohl bis Helsinki schaffen würden. Die Fahrt dahin war verflucht öde - die von einem einheimischen Moppedfahrer angepriesene Küstenstrasse stellte sich als langweilige Bundesstrasse heraus und bedeutete obendrein noch einen gehörigen Umweg.

Zwischendurch hab ich nen Liter Öl für die KLR gekauft um nicht immer die 25€/l Suppe von Jonas verfeuern zu müssen. Insgesamt pendelte sich der Ölverbrauch bei ca. 350ml auf 1000km ein. Das ist ok.

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In weiser Voraussicht hatten wir vorgesorgt und per SMS von Bensch erfahren, dass es im Olympiastadion von Helsinki ein Youth Hostel gibt. Dieses steuerten wir also an.

Ausser im Schlafsaal waren keine Plätze verfügbar, so dass wir uns zähneknirschend darauf einliessen - immerhin kostete das pro Nase und Nacht ohne Frühstück satte 20€!

Zunächst war nur ein Franzose mit uns im 12 Bett Zimmer. Bernaud. Er kam aus Toulouse und plante nachdem er in Tallinn seinen Ford verkauft hatte mit Bus und Bahn in die Mongolei zu reisen. Ganz allein, mit 7000€ und unbegrenztem Zeitfenster. Sein Zelt hatte er bereits weggeschmissen und schon 2 Pakete mit ihm überflüssig erscheinenden Sachen nach Hause geschickt. Zitat: " I´m no Sportsman"

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Die Herberge:

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Abends machten wir uns auf den nicht ganz kurzen Weg ins Stadtzentrum. Besonders beeindruckend war es nicht. Nachhaltig schockiert haben die Preise für Bier. Im Supermarkt kostete das kleine Sixpack Bier satte 10€ plus Flaschenpfand. Vor diesem Hintergrund verständlich war ein Bild das sich uns am nächsten Morgen auf der Fähre bot. zwei Frauen mit vier grossen Bier um 10Uhr! Brrrrrr...

Die Nacht war ziemlich unruhig, letztendlich fanden sich weitere vier Mann im Schlafsaal ein und einer davon schnarchte sensationell laut. Jonas stakste durch den Schlafsaal und konnte den Typen glücklicherweise zur Ruhe bringen.

Dienstag 15. September

Nach der etwas unruhigen Nacht konnten wir noch duschen und kurz ins Internet um dann Richtung Fährhafen aufzubrechen, dies sollten gute 4km sein. Die Hinweisschilder hatten wir bereits am Vorabend erspäht. Die Moppeds hatten die Nacht ebenfalls trocken überstanden.

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Aus den erwarteten 4km wurde ein waschechter Horrortrip. Uns erwartete natürlich der wohl überall gleiche ätzende Großstadtverkehr zur Rushhour, dann eine völlig bescheiden ausgeschilderte Umleitung mit obligatorischem Verfahren. Als nächstes ein kurzer Abstecher auf die Autobahn in vollkommen falscher Richtung weil ich nicht verbotenerweise wenden wollte und dann die Rückfahrt auf selbigem Autobahnstück durch den Stau auf der Busspur!

War das beschissen!

Zeitdruck, Stau, Stress und jede Menge Geschrei unterm Helm. Wäre Zeit dagewesen hätten wir uns im Stau gekloppt...

Irgendwie schafften wir es dann doch noch zur Fähre, mussten jeder 54€ löhnen und noch etwas bis zum Start warten. Einen grossen Vorteil hat es als Moppedfahrer unterwegs zu sein. Man geniesst den sonst teuren first class Service beim Einfahren auf die Fähre und muss nicht in der Schlange warten. Dies sicherte uns einen schönen Platz am Heck des Schiffes.

Die Moppeds waren wie immer nur schlecht gesichert. Der Spanngurt ist eher Alibi als Sicherung. Glücklicherweise hatten wir bei jeder Überfahrt bestes Wetter ohne Seegang.

Unter Deck...

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Auf Deck...


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In Tallinn angekommen wartete der obligatorische Stadtverkehr auf uns, die Moppeds standen schlecht und verboten geparkt und zu allem Überfluss liess Jonas die Jacke einfach auf der Sitzbank liegen... Das liess mich den Ausflug wenig geniesses, war ich doch überzeugt, dass irgendein Zigeuner alles klauen würde!

Die Stadt an sich ist schön!

Kleine Gassen, alte Häuser und , zumindest die Altstadt, recht klein.

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Das Mittagessen war hingegen ein echter Reinfall. Zwei Burger die kaum geniessbar waren, dazu machte der Verkäufer mit seinem Kollegen Witzchen darüber, dass Jonas keine Tomaten, aber Ketchup haben wollte - als ob man das nicht verstehen würde. Spacko!

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Sowohl das Essen als auch aufziehende dunkle Wolken beschleunigten unseren Aufbruch. Alle Sachen waren natürlich an Ort und Stelle geblieben und mein Misstrauen unbegründet! Ohne zu zahlen verschwanden wir vom Parkplatz und aus der Stadt.

Am Rande einer Bundesstrasse war eine kleine Rallyestrecke mit umherschleichenden e30 BMW´s...

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Der Eindruck war ansonsten eher schlecht. Fast alle an der Strasse gelegenen Häuser und ehemaligen Kolchosen waren verfallen, schäbig und alles andere als sehenswert.

Nach kleineren Streitigkeiten wegen der Fahrt über grössere und schlecht asphaltierte Bundesstrassen suchten wir uns Nebenstrassen. Leider hatte das Navi nur rudimentäre Kenntnisse der baltischen Staaten. Nur die Hauptstädte und Autobahnen waren Teil der Karte.

Nach verlassen der grossen Strassen bot sich eine vielfältige Auswahl an Schotterstrassen mit verschiedensten Beschaffenheiten. Es gab groben Schotter, feinen Schotter, tiefen oder festen, verspurten und welligen Untergrund. Noch ziemlich eiernd gewannen wir mit den Kilometern immer mehr Sicherheit. Der Trick ist sich möglichst weit vorn auf den Tank zu setzen, so dass das Vorderrad mehr Grip bekommt. Hinten dreht´s eh ständig durch...

Hier einige Eindrücke von der Strecke:

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Gesäumt von verfallenen Gebäuden und maroden Stromkästen

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Endlich Ostsee!

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Langsam begann es zu dämmern und wir beschlossen uns auf die Suche nach einem Dach für die Nacht zu machen. Vorher platzten wir in diesen kleinen und sehr typischen Laden um etwas zu essen und zu trinken zu kaufen. Wir wurden angeguckt als seien wir von einem anderen Stern!

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Jonas war inzwischen schon zu faul die Kati immer auf den Hauptständer zu hieven... Alehnen war die Devise.

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Eine Unterkunft zu finden war glücklicherweise recht einfach. Zwar war auch hier die Saison eigentlich vorbei, aber zwei Angestellte wohnen scheinbar auch ausserhalb der Saison auf dem Gelände und nach einem Telefonat mit der englischsprechenden Eigentümerin war uns eine urige estische Behausung sicher.
Wie wir erwartet hatten waren wir wieder einmal die einzigen Gäste. Die Zimmer waren klein, das Bad auf dem Flur und der Preis müsste auch angemessen gewesen sein.

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Der Schäferhund hätte uns beinahe weitergejagt! Das Biest hat sich die Seele aus dem Hals gebellt und schien uns unbedingt und auf der Stelle fressen zu wollen. Wie sich später herausstellte war er alt, verschmust und völlig harmlos...

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Das Zimmer... Die Matratzen hatten wunderbar piekende Sprungfedern - ein Genuss! Achja die Pflaumen und Äpfel auf dem Tisch hatten uns die zwei nebenan wohnenden Damen gesponsort. Sehr aufmerksam!

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Der Sonnenuntergang an der Ostsee... Eigentlich wollten wir den vorher gekauften Fisch essen, leider war der ziemlich ungeniessbar.


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Fürs Posen jedoch wie geschaffen...

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Der Tag hatte uns ordentlich geplättet! Die vielen Schotterstrassen erfordern doch erhöhte Aufmerksamkeit. In den ersten Kurven hatte ich noch den Fuss rausgehalten um so vermeintlich bessere Kontrolle zu haben.

Pustekuchen! Mir hats fast den Fuss abgerissen als ich irgendwie in nem Schlagloch hängen geblieben bin. Erst hatte ich befürchtet, dass mein Bein bzw. Fuss was ernstes abbekommen hatte. Alles war taub. Der linke Stiefel ist noch schön rund, der rechte geplättet... Nix passiert und was gelernt!

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Unschlagbar ruhig und dunkel war die Nacht und entsprechend tief der Schlaf!

Mittwoch 16. September

Riga - so das angepeilte Ziel für die nächste Etappe. Bei bestem Fahrwetter verabschiedeten wir uns von unserer sehr zu empfehlenden Herberge und machten uns auf Richtung estische Grenze.

Parallel zur Strasse verlief ein kleiner Waldweg der zum fahren einlud.

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Um das Vergnügen noch zu steigern lag auf der anderen Strassenseite die Ostsee...

Natürlich ist es kein Problem direkt ans Ufer zu fahren. Es gab zahlreiche Feuerstellen, im Sommer muss dies ein beliebtes Ausflugsziel sein.

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Eines der seltenen Fotos auf denen der Fotograf zu sehen ist:

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Über die lettische Grenze ging es wie immer ohne Kontrolle oder auch nur an einem Grenzposten vorbei.

Gelobt sei die EU!

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In Lettland ging es so weiter wie es in Estland aufgehört hatte. Mit Schotter!

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Wellblech und Staub waren auf den nächsten Kilometern ein zuverlässiger Begleiter.

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Ein kleines Video noch von der estischen Seite:



Ein Päuschen im Wald hatten wir uns wohl verdient...

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Angekommen in Riga mussten wir uns zunächst wie schon gewohnt durch den Stadtverkehr quälen und uns auf die Suche nach einem Hostel machen.

Ein Reisebüro wollte uns die Nummer bzw. die Adresse nicht geben! Da kam Freude auf... Zum Glück konnten wir mit dem Handy ein offenes Wlan entdecken und somit über google eine Herberge direkt am Bahnhof finden.

Ausserirdische:

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Die Herberge war günstig (16€ für beide) und wir hatten das 4-Bett Zimmer für uns allein.

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Das Restaurant welches uns vom Angestellten empfohlen wurde war ebenfalls sehr gut und wir konnten uns den Bauch vollschlagen - das war nötig nach Tagen des Darbens!

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Die Stadt selbst war sehr schön, übersichtlich genug, lebendig und bot einen überragenden Sonnenuntergang am Fluss.

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Riga ist jederzeit wieder einen Besuch wert! Wir hatten das Glück zentral und günstig zu wohnen, waren nicht erst in der Dunkelheit angekommen und konnten uns mit der Stadt ohne Stress bekannt machen...

Donnerstag 17. September

Zitat aus dem Reisetagebuch:

"Boah, hat das gepisst heut morgen gegen 7 Uhr, jetzt - 9.20Uhr - sieht´s aber wieder gut aus."

Nach der Befürchtung den ganzen Tag in Regenkombi durch Lettland brettern zu müssen kam es zum Glück anders. Das Wetter klarte auf, die Sonne kam hervor und Frühstück gab es etwas abseits der "Autobahn" an einem Fluss. Allerdings galt es vorher das Navi zu überlisten. Dieses schickte uns in Unkenntnis einer Umleitung zweimal im Kreis über eine Schnellstrasse.

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Schotterstrassen en masse...

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Zum Teil schön tief, so dass man sich in Kurven das ganze angesammelte Selbstvertrauen wieder zerstören konnte. Passt man nicht auf und guckt einfach vors Vorderrad kann man gewaltig die Linie versauen!

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Achja, die Kette musste auch mal gepflegt werden! Auf 5000km die KLR zweimal, die Kati dreimal! Blank waren die Kettenglieder hinterher -  das Spray war alle!

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Versiffte Kiste!

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Pause:

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Wellblech:

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Eine Unterkunft ist noch nicht in Sicht! In Russ (jetzt bzw. seit 60 Jahren Rusne)  war der Hund begraben und absolut niemand konnte Englisch oder Deutsch! Noch dazu waren die Leute unfreundlich und sogar die Polizisten wollten nichts mit uns zu tun haben, geschweige denn, dass sie Englisch konnten...

Also zurück nach Silute!

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Ein Dach über dem Kopf zu finden hab ich in Jonas Aufgabenbereich abgeschoben, ich meinte wegen der Navigiererei von allen Pflichten entbunden zu sein! Sorry dafür Bruder!

Viel Zeit bis zum Sonnenuntergang blieb uns nicht mehr und die ausgeschilderten Campingplätze waren entweder geschlossen oder nicht auf Gäste eingestellt! Richtig schön unfreundliche Menschen haben wir getroffen! Die Hunde waren allerdings noch besser und jagten neben den Moppeds her und versuchten uns in die Beine zu beissen. Das hat die Laune sehr gehoben und hätte mit einem Gemetzel geendet! Zum Glück waren wir schneller...

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Letzten Endes sind wir dann doch nicht gefressen worden und haben in Silute das einzige Hotel gefunden und uns dort einquartiert. Drei Sterne, Garage für die Moppeds, 45€ fürs Zimmer, Vox und RTL auf deutsch und Gruselathmosphäre in der Stadt!

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Die Vögel waren los!

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Nach ner Pizza in einem Restaurant mit deutschsprechender und vor allem hübscher Bedienung ging es völlig erledigt ins bequeme Doppelbettchen!

Freitag 18. September

Raus aus Litauen und ab nach Polen. Doch erst galt es die magische Anziehungskraft der Glotze zu überwinden. Zitat:

"Fernsehen ist dermassen scheisse und ein riesen Zeitdieb. Ich kann jetzt nicht weiterschreiben - muß "Rupert der Bär" auf SuperRTL sehen. Denke gegen 10Uhr sind wir unterwegs!"

Nachdem diese Hürde genommen war starteten wir... Moppeds aus der Garage und ab auf den Schotter entlang der litauisch-russichen Grenze.

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Einsame und staubige Strassen entlang der ehemaligen Memel und der russischen Grenze.

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Achtung Kurve!

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Und der Grenzübergang!

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Pause kurz vor Polen. Es wird frisch und Jonas fischt sich einen Pulli aus dem Koffer.

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In Polen ist dann erstmal orientieren angesagt. Plötzlich kennt das Navi wieder jedes Strässchen und bietet mehr als den gewohnten braunen Untergrund!

Auffällig ist, dass wir die Grenze nur daran erkannt haben, dass auf einmal die Strassen asphaltiert waren! Blöde EU! Überall sponsorn die überflüssige Teerstrassen und machen das Flair des Ostens kaputt!

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Auf nach Masuren! Viel hatten wir bereits im Voraus davon gesehen und hätten es doch fast verpasst!

Denkwürdig der Freitag Abend. Ich wollte eigentlich bis Allenstein (Olsztyn) durchknallen, aber Jonas hatte nach gut 500km  keine wirkliche Lust mehr weiterzufahren.
Wir entschlossen uns deshalb bei Ryn einen Ort zum schlafen zu finden - gelandet sind wir im polnischen Märchenland! Ein altes deutsches Bauernhaus voller unfassbar freundlicher Polen hiess uns willkommen.

Nachdem Jonas geklärt hatte, dass wir ein Zimmer mit Bad bekommen fuhr ich noch schnell über die staubige Piste zurück ins Dorf um ein paar Slottys zu holen. Als ich nach einer Dreiviertelstunde zurückkam war Jonas in heller Aufregung und vermutete mich gecrasht im polnischen Wald... Glücklicherweise hatte ich mich nur im Ort mit einer alten Dame verquatscht die - wie ich - froh war mal wieder ein paar deutsche Worte wechseln zu können.

Wieder angekommen, musste ich wie Jonas zuvor in der Stube ein paar polnische Whiskeys und Becherovkas trinken... Es war zeichnete sich ab, dass man diesen Abend nicht nüchtern überstehen würde!

Vor der Tür parkte ein Reisebus der ehemals im Erzgebirge die Touristen beförderte - im Vordergrund Chistoph der Probe saß!

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Die Moppeds parkten wir nach dringlicher Aufforderung in der Bar um sie jeglichen Einflusses von Außen zu entziehen! Überflüssig aber sehr nett!

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Nachdem wir bereits mit flüssigem versorgt worden waren gab es Abendessen von Maria!

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Nicht alles ganz nach unserem Geschmack, aber grossteils lecker und vor allem überlebenswichtig!

Danach ging es an den See um den wirklich beeindruckenden Sonnenuntergang zu geniessen.

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Wow!

Noch ein Blick auf die Bar in der wohl früher der Stall gewesen sein wird.

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Lange würden die Moppeds darin nicht mehr stehen bleiben...

Es kreiste die Flasche bzw. das Pinnchen wurde herumgereicht.

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Der Förster, Marek -  der als einziger Englisch sprach und wirklich ausgesprochen nett war und meine Wenigkeit.

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Kurz darauf hatten wir die Moppeds auch schon aus der Bar verbannt und die feierwütigen Polen waren eingekehrt... Das bedeutete weitere Schnäpse für uns. Spass hat es auf jeden Fall gemacht.

Polnische Lieder und herzliche Menschen!

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Irgendwann muss ich mich mit einer jungen polnischen Lehrerin unterhalten haben die Deutsch studiert hatte... Am nächsten Tag war das völlg vergessen. Das herauszufinden war etwas peinlich!

Den Weg ins Bett müssen wir auch irgendwann gefunden haben...

Samstag 19. September

Erstmals aufgewacht gegen 11Uhr, aufgebrochen um halb zwei. Der Kater unglaublich. Die Landschaft vielversprechend.

Schnell stand fest, dass wir an diesem Tag nicht weiterfahren würden und in den masurischen Wäldern etwas durch die Gegend knattern wollten!

Nach kurzer Fahrt durchs Gemüse war der wunderschöne Rastplatz einfach zu einladend!

Beide waren wir uns einig, dass es mit dem Kopf unmöglich war Mopped zu fahren. Wir waren völlig zerstört - und das im Paradies! Das hätten wir uns auch nicht träumen lassen.

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Nur die Zeit heilt alle Wunden! Die fürchterlich quietschende Wasserpumpe konnte uns auch nur kurzfristig von unseren Qualen erlösen. Schnaps ist einfach Gift!

Nach einer guten Stunde gegenseitigen Versicherns, dass einem mindestens genauso schlecht sei wie dem anderen kam unverhofft Ablenkung des Weges!

Zwei junge Polen (14 und 9 Jahre alt) kamen auf einem brandneuen 750er Suzuki Quad angepreschtt. Wir liessen uns nicht lange bitten und fuhren ihnen hinterher... Der Junge fuhr wie ein Bekloppter und wollte uns zeigen wo der Hammer hing!

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Die Wasserdurchfahrt verkniffen wir uns...

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Das Quad hatte trotz Allradantrieb ordentlich zu kämpfen!

Die folgende Endurotour führte auf gut 50km quer durch den Wald, über Wiesen, Felder, Sand und Schotter und in irgendwelche Sandlöcher. Spass hat es allemal gemacht, positiver Nebeneffekt war, dass der Kater verflog und die Schockmomente wenn auf Sand in der Kurve das Vorderrad wegrutscht den Adrenalinpegel ordentlich steigerten!

Diese Auffahrt war verflucht steil! Als wir unten angekommen waren fragte ich Jonas noch mit bangem Blick: "Kommen wir da auch wieder hoch?" Achselzucken und ein "Muss ja,ne?" waren die Antwort. Er meisterte es im ersten ich im zweiten Anlauf.

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Dreckspatzen! Achja das Feld war so bescheiden zu fahren, dass ich mir wünschte es ginge schnell vorbei! Tief und verflucht buckelig, dazu trifft man immer genau den einzigen Stein der im Weg liegt, ätzend!

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Nachdem wir wieder am Ausgangspunkt des Ausflugs angekommen waren bin ich noch ne Runde mit Kuba - so hiess der Quadpilot - gefahren. Der Junge fuhr wirklich wie ein Berserker... 100 km/h auf schmalsten Strecken! Aber auf dem Quad ist die Geschwindigkeit mit etwas Naivität machbar, schliesslich ist die Rückmeldung vom Boden gering, die Traktion ist immer da und ausbrechen tut höchstens das Heck wenn man es provoziert! Moppedfahren ist da in meinen Augen riskanter. Ein Fehler und du bekommst die Quittung!

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Danach war wieder entspannen am See angesagt. Füsse ins Wasser und die Szenerie geniessen.

Alpinestars Werbefoto!

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Im Ort eine Cola und dann zurück zum Quartier.

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Angekommen!

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Posender Schwan...

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Sonnenuntergang in Masuren - umwerfend!

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Alle hingen an diesem Abend in den Seilen! Der Vorabend hatte sogar die Einheimischen geplättet!

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Abends gab es für die mit dem Bus angereisten Schulklassen ein Lagerfeuer und Quiz mit dem Förster!

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Der Schlaf war wohlverdient!

Sonntag 20. September

Ein letzter Blick in unsere Bude unter dem Dach. Überlieferten Aussagen zu Folge waren es Nachts nur 4° - gefroren haben wir dennoch nicht. Völlig untypisch für uns beide ist die Unordnung, normalerweise würden uns so nie wohl fühlen können...

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Eigentlich angedacht war die gut 220km bis nach Danzig (Gdansk) zu fahren und die Stadt anzusehen. Gekommen ist es dann ganz anders!

Abfahrt:

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Kurz vor Danzig stand ein Schild welches die deutsche Grenze in gut 400km anzeigte. Das weckte, dessen bin ich mir sicher, in uns beiden unabhängig voneinander den Gedanken heimwärts durchzupresch
en. An der Tanke bei Danzig einigten wir uns darauf es zumindest bis Stettin zu versuchen, In Stettin angekommen beschlossen wir noch "ein Stück" weiterzufahren, zumindest aber über die nur noch 40km entfernte Grenze! Da hatten wir wohlgemerkt schon über 600km polnischer Strasse ertragen müssen und sassen gute 8 Stunden auf dem Bock!

Der Hintern und der Rücken schmerzten und es ging der Dämmerung entgegen. Die letzte Etappe einer Reise versuchen wir beide aber immer möglichst schnell hinter uns zu bringen und so beschlossen wir nach einem nervenzehrenden Stau den ich nicht auf dem Seitenstreifen passieren wollte und den Jonas dank der Koffer nicht in der Rettungsgasse durchqueren konnte bis in das Ferienhaus der Familie von Jonas Freundin zu fahren!

Die Zwischenstopps wurden zahlreicher, mein Licht war nicht wirklich für Nachtfahrten geeignet beleuchtete es doch auf Alleen die Bäume von unten anstatt die Strasse von oben!

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Der Routenplaner spuckt 863km für die Strecke von Ryn nach Woltersdorf aus! Ich nehme an, dass es gute 900km waren. Nach etwa 13 Stunden auf dem Bock war der Schlafplatz also erreicht!

Die Polenkarte einmal von Ost nach West bemalt an einem Tag!

Wir Tiere :-)

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Montag 21. September

Gut geschlafen hatten wir beide, aber der Rücken hatte die Tort(o)ur des Vortages noch nicht verziehen!

Der Ausblick auf den Kanal war schön - genau wie die Landschaft.

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Nach einigen Stunden des Zögerns machten wir uns über die A2 auf den Weg ins etwa 350km entfernte Bielefeld.

Zwischenstopp in Burg um etwas zu essen...

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Danach mit Todesverachtung und völlig ohne Lust die A2 herunter - Zwischenstopp bei einem bescheidenen BurgerKing 65km vor dem Ziel der Etappe...

Miese Burger mit Knorpel und ungeschmolzenem Käse - willkommen daheim! Was einem weit weg wie Zivilisation erscheint ist aus der Nähe betrachtet doch keinen Deut besser!

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Dann endlich in Bielefeld - Bestandsaufnahme:

Jop amtlich dreckig gemacht!

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Staub aus vielen Ländern...

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Tür auf und alles ist vorbei!

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Der nächste und letzte Tag führte uns nach Dortmund. Mit Todesverachtung legten wir noch einmal - dank Umleitung - 135km über Land zurück... Moppedfahren machte gar keinen Spass mehr.

Dennoch gilt der letzte Satz aus dem Reisetagebuch:

"Jetzt noch entspannen, alles im Kopf nochmal geniessen und dann wenn die Anstrengungen vergessen sind die nächste Reise planen."

Fazi: & Fakten:

Verbrauch KTM: 4,2l/100km

Verbrauch KLR: 4,7l/100km

Ölverbrauch KTM: 200ml

Ölverbrauch KLR: 1700ml

Kosten: Sprit und Unterkunft machen erwartungsgemäß den größten Teil der Kosten aus. Wer nicht in der Nebensaison unterwegs ist kann günstig campen. Bei uns waren die Plätze ab Schweden geschlossen. Wild zu campen  zogen wir im Baltikum nur einmal in Betracht als sich partout keine andere Möglichkeit zeigen wollte!

Kommentare

Micha 12/15/2009 18:36


Sehr geile Tour und genialer Bericht!
Die Bilder aus Stockholm sind ja wohl der absolute Hammer!

Die linke zum Gruß ;)
Micha


Fortbewegungsfreunde 12/28/2009 02:57


Bedankt!